Sauber vs. Dreckig

Sauber vs. Dreckig

Was unterscheidet ein sauberes Bierglas von einem dreckigen? Wir haben eine schicke Grafik gebastelt, die das Thema näher bringt und die einzelnen Bereiche erklärt.

In der großen weiten Bierwelt da draußen sind uns schon so einige Gläser in die Hände gekommen. Wir haben schon diverse Male Rückstände von Spülmittel gerochen, dreckige Ränder gesehen und eine unschöne Schaumhaftung erlebt. Die Hygiene eines Glases entscheidet wesentlich mit, wenn man ein Bier genießen möchte. Nicht nur psychologisch kann ein dreckiges Glas Auswirkungen auf den Biergenuss haben, sondern auch Genusstechnisch.

Sauber vs. Dreckig poster

Sauber

Bierrückstand
Oder auch auf Englisch Lacing genannt ist der Rückstand, der vom Bierschaum übrig bleibt. Die sogenannte Schaumkrone ist gut mit Schaum gefüllt im Idealfall und bleibt toll bestehen. Aber mit jedem Schluck sinkt der Schaum etwas im Glas ab. Ein teil des Schaumes bleibt am Glas zurück. Je langsamer der Schaum absinkt umso besser ist seine Haltbarkeit und die Sauberkeit des Glases. Ein gute gespültes Glas hält den Schaum lange an den Rändern.

Dichter Schaum
Ein wichtiges Merkmal des Bieres ist es einen dichten Schaum über lange Zeit zu bewahren. Man nennt das im Englischen Good Head Retention. Die kommerziellen Brauereien setzen alles daran, dass ihr Schaum lange standhaft bleibt. Ist ein Bier frisch aus dem Fass gezapft, bleibt der Schaum bei einem sauberen Glas lange bestehen. Der Schaum ist das Ergebnis der aufsteigenden CO2 Blasen. Die Blasen verbinden sich mit den verschiedenen Substanzen im Bier und bildet eine Haut um die Blase. Ziel ist es aber den Schaum zu halten. Dafür sollten sich die oxidierenden Bläschen an der Oberfläche verfestigen. De Hauptfaktoren für einen guten Schaum sind Proteine und Isohumulone, die Alphasäuren aus dem Hopfen.

Sauberes Glas
Selbst wenn ein glas auf den ersten Blick sauber aussieht heisst das noch lange nicht, dass es wirklich sauber ist. Am einfachsten reinigt man das Glas mit heißem Wasser ohne Zugabe von Spülmitteln. Die Spülmittel bilden mit der Zeit einen Film und haben zur Folge, dass die Schaumkorne immer unmöglicher wird. Es gibt im Fachhandel spezielle Reinigungstabletten, die das Glas perfekt reinigen können. Aus Hygienegründen werden diese Tabletten oft in Gaststätten eingesetzt. Zu guter Letzt sollte das Glas an der Luft trockenen und ein Einsatz mit dem Handtuch vermieden werden. Sich bildende Wasserflecken sind nicht weiter schlimm und können einfach mit einer weiteren Spülung weggewischt werden.

Dreckig

Dreckiger Rand
Ein dreckiger Rand oder Dirty Rim an einem Glas ist nichts Neues. Doch leider sorgen Lippenstift und Lippenpflegeprodukte immer wieder für unschöne Ränder am Glas. Diese kann man gut und einfach wegpolierte mit einem Tuch. Danach sollte man aber das Bierglas nochmals durchspülen. Auch Essensreste haften heir manchmal wirklich fest an, besonders wenn sie getrocknet sind. Dafür sollt man das Glas eine Weile in Wasser einweichen, bevor man es mit Wasser ausspült.

Wenig Schaum
Wenig Schaum oder auch Poor Head Retention ist ein Anzeichen für ein schlecht geputztes Glas. Dies gilt nicht für alle Biersorten. Ales aus England haben wenig Schaum, da sie sehr leicht karbonisiert werden während der Gärung. Das ist aber bewusst so gewollt. Weissbiere hingegen haben eine tolle und hohe Schaumfestigkeit. Diese eignen sich perfekt für die Glasanalyse.

Blasensammlung
Die sogenannten Clinging Bubbles am Rand des Glases sind ebenfalls ein Zeichen für ein dreckiges Glas. Die kohlensäurehaltigen Blasen haften am Rand des Glasesan, da sie von feinsten Schmutzpartikeln oder Seifenresten aufgehalten werden. Dabei kann man auch erkennen, ob en Glas mundgeblasen oder mit Laser geschnitten wurde. Ein Laser hinterlässt Unregelmäßigkeiten am Glasrand und darum bleiben die Blasen gerne mal in den kleinen Aussparungen stehen. Bei einem sauberen Glas steigen die kleinen Perlen sanft nach oben.

Saubere Gläser Tests

1. Der Wasserfilm-Test ist ein einfacher Test, um festzustellen, ob ein Glas sauber ist. Man bedeckt mit einem leichten Wasserfilm gleichmäßig, wenn es aus dem Wasserbad gehoben wird. Sollte das Glas immer noch einen unsichtbaren Film am Glasrand mit Verschmutzungen aufweisen, so bricht da Wasser sich auf dem Glas in feine Tröpfchen.

2. Beim Salz-Test wird Salz auf das innere eines nassen Glases gegeben und sollte auf der sauberen Oberfläche gleichmäßig haften. Tritt dieser Fall nicht ein und fällt in weiten Teilen ab, dann hat das Glas noch einen leichten Fettfilm.

3. Der Schaummuster-Test ist der einfachste Test. Das Glas wird bis oben hin mit Bier gefüllt und langsam ausgetrunken. Bilden sich an den Glasinnenwänden leichte Schnüren mit Resten vom Schaum und haften an, dann ist das Glas sauber.