Biernews Juni 2026

Gleich vier deutsche Brauereien insolvent – Traditionsmarken kämpfen ums Überleben

Die Krise der deutschen Brauwirtschaft spitzt sich weiter zu. Nachdem bereits die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum Ende 2025 Insolvenz anmelden musste, geraten im Juni 2026 gleich vier weitere Traditionsbrauereien in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Betroffen sind auch bekannte Biermarken, die bundesweit unter anderem bei Rewe und Edeka erhältlich sind.

Hofbrauhaus Wolters (Braunschweig, Niedersachsen)

• Insolvenzantrag in Eigenverwaltung am 21. Juni 2026
• Gegründet 1627
• Eine der ältesten Brauereien Norddeutschlands

Schussenrieder Brauerei Ott (Bad Schussenried, Baden-Württemberg)

• Insolvenzantrag am 12. Juni 2026
• Über 120 Jahre Familienbesitz

Aktienbrauerei Kaufbeuren (Bayern)

• Insolvenz Mitte Juni 2026
• Mehr als 700 Jahre Brautradition

Brauhaus Leikeim (Oberfranken)

• Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung seit 17. Juni 2026
• Rund 100 Mitarbeiter
• Traditionsbrauerei seit 1887

Bierkonsum im freien Fall


Deutschland verliert seinen Ruf als klassisches Bierland.

Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes sank der Bierabsatz von
• 82,7 Mio. Hektolitern (2024)
• auf nur noch 77,7 Mio. Hektolitern (2025).

Das entspricht einem Rückgang von rund 6 Prozent innerhalb eines Jahres.

Auch wirtschaftlich macht sich der Trend bemerkbar:
• Branchenumsatz 2024: rund 9 Milliarden Euro
• Branchenumsatz 2025: rund 8,7 Milliarden Euro

Ein Minus von etwa 330 Millionen Euro belastet besonders kleine und mittelständische Brauereien.

Bierkonsum
Hopfen

Hopfenbranche spürt die Krise


Nicht nur Brauereien leiden.
Auch Deutschlands Hopfenbauern reduzieren ihre Produktion deutlich. 2026 schrumpfte die deutsche Hopfenanbaufläche um rund 6 Prozent auf nur noch 17.861 Hektar. Gleichzeitig gaben weitere Betriebe den Hopfenanbau auf. Hauptgrund ist die weltweit sinkende Nachfrage nach Bier.

Internationale Bier-News

Diese Craft-Beer-Trends bestimmen 2026


Während viele traditionelle Brauereien unter wirtschaftlichem Druck stehen, entwickelt sich die internationale Craft-Beer-Szene weiter dynamisch. Das US-Magazin Hop Culture sieht für 2026 vor allem diese Trends:

• Lager-Biere feiern ihr Comeback – moderne Pilsner, Helles und Czech Lager gewinnen weltweit wieder an Beliebtheit.
• Hazy IPA bleibt einer der wichtigsten Bierstile, gleichzeitig steigt das Interesse an klassischen West Coast IPAs.
• Alkoholarme und alkoholfreie Craft-Biere wachsen weiter und sprechen neue Zielgruppen an.
• Kleine, unabhängige Brauereien setzen verstärkt auf Qualität statt Masse und konzentrieren sich auf regionale Spezialitäten sowie limitierte Sondersude.

Weltweiter Hopfenanbau geht weiter zurück

Nicht nur Deutschland, sondern der gesamte Hopfenmarkt befindet sich im Umbruch. Laut BarthHaas wird die weltweite Hopfenanbaufläche 2026 erneut schrumpfen – auf rund 51.350 Hektar. Das entspricht einem Rückgang von etwa 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders klassische Bitterhopfensorten verlieren weiter an Bedeutung, während moderne Aromasorten gezielt an die Nachfrage der Craft-Beer-Brauereien angepasst werden.

In Tschechien arbeiten Wissenschaftler an neuen, klimaresistenten Saazer Hopfensorten. Hintergrund sind steigende Temperaturen und anhaltende Trockenheit, die Erträge und Qualität des weltberühmten Saazer Aromahopfens gefährden. Neue Sorten wie Saaz Shine oder Saaz Comfort sollen künftig ähnliche Aromaeigenschaften bieten und gleichzeitig deutlich widerstandsfähiger gegenüber Hitze und Wassermangel sein.

Bildquelle: Depositephotos.com



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