Taste the family
Liabetis
Taste the family
Liabetis
Es gibt Craft-Brauereien, die sich an bekannten Bierstilen orientieren. Und dann gibt es Labietis aus Lettland. Die Brauerei aus Riga bezeichnet ihre Biere selbst als „Pagan Brews“ und arbeitet mit Kräutern, Honig, Beeren, Wacholder, wilden Hefen und alten Brautraditionen. Mehr als 20 verschiedene Heil- und Wildkräuter kommen nach Angaben der Brauerei regelmäßig zum Einsatz. Genau deshalb waren wir ziemlich gespannt, als uns ein großes Paket mit verschiedenen Labietis Bieren erreicht hat. Darunter klassische Ales, Kräuterbiere, Met, alkoholfreie Interpretationen und einige Kombinationen, bei denen man schon beim Lesen der Dose zweimal hinschauen muss.
Gegründet wurde Labietis 2013 von den beiden lettischen Heimbrauern Reinis Pļaviņš und Edgars Melnis. Die Geschichte begann in der damals noch kleinen lettischen Homebrew-Szene. Pļaviņš gewann 2012 mit seinem English Bitter „Soho Švītiņš“ einen Heimbrau-Wettbewerb und fasste anschließend den Entschluss, eine eigene Brauerei zu gründen. Melnis stieg mit ein und aus selbst gebauten Anlagen, einem Emailletopf und einem Plastikeimer entwickelte sich Labietis.
Ihre Philosophie ist bis heute ungewöhnlich. Labietis möchte nicht einfach internationalen Biertrends folgen, sondern die Natur, Geschichte und Brautradition Lettlands ins Glas bringen. Wälder und Wiesen liefern Kräuter, Beeren und Wacholder, Honig greift alte baltische Brautraditionen auf und seit 2019 experimentiert die Brauerei außerdem mit eigenen wilden Hefen und jahrelanger Fassreifung. Diese Philosophie merkt man beim Tasting. Die Biere von Labietis sind nicht auf maximale Gefälligkeit getrimmt. Manche sind zugänglich, andere ziemlich wild und wieder andere muss man erst einmal verstehen. Langweilig wurde es bei unseren Dosen jedenfalls keine Sekunde.
Pelašķu Velns / Herbal Dark Ale
Schwarzbraun kommt der Pelašķu Velns ins Glas, darüber liegt ein auffällig gelblich-beiger Schaum. In der Nase zeigen sich deutlich Johannisbeeren, begleitet von einer leicht phenolischen Note. Der Antrunk startet kräftig und alkoholisch, bevor das Bier in der Mitte fast likörartig und vollmundig wird. Im Abgang wird es knackiger und malziger, dazu kommt eine schöne dunkle Schokoladennote. Ein kräftiges, komplexes Dark Ale mit ordentlich Wucht und einem spannenden Wechsel zwischen Frucht, Likör, Malz und Schokolade.


Radziņš / Caraway Wheat Ale
Hell und trüb mit schönem Schaum startet das Radziņš Caraway Wheat Ale. In der Nase bekommen wir Blüten und Honig, geschmacklich beginnt es ebenfalls leicht süßlich und erinnert deutlich an Honig. In der Mitte wird es cremig und weich. Ein rundes, angenehmes Wheat Ale mit einer ganz eigenen Würze, das sich erstaunlich unkompliziert trinken lässt.
Radziņš / Caraway Wheat Ale
Hell und trüb mit schönem Schaum startet das Radziņš Caraway Wheat Ale. In der Nase bekommen wir Blüten und Honig, geschmacklich beginnt es ebenfalls leicht süßlich und erinnert deutlich an Honig. In der Mitte wird es cremig und weich. Ein rundes, angenehmes Wheat Ale mit einer ganz eigenen Würze, das sich erstaunlich unkompliziert trinken lässt.

Eksperiments 033 / Fireweed Kveik
Orange und trüb, dazu nur wenig Schaum. Beim Eksperiments 033 wird es deutlich wilder. In der Nase hatten wir tatsächlich eine ungewöhnliche, leicht animalische Note, die uns spontan an nasses Fell erinnerte. Vorne kommen Zitrusnoten hinzu, anschließend wird das Bier weicher und endet deutlich säuerlich. Definitiv ein Experiment und genau deshalb interessant.

Skaidrais Apinis / Non-Alcoholic Dry Hopped Pale Ale
Orangegelb mit feinem, cremigem Schaum und dann kommt sofort die Überraschung: Maracuja satt in der Nase. Kein Wunder, denn Labietis arbeitet hier mit Strata, Idaho 7 und BRU-1 und nennt selbst Mango, Maracuja und Grapefruit als zentrale Aromen. Vorne angenehm bitter und fruchtig, in der Mitte weich und hinten kommt noch einmal richtig viel Hopfen. Für ein alkoholfreies Pale Ale ist das ein echtes Hopfenbrett und deutlich intensiver, als wir erwartet hatten.


Skaidrais Apinis / Non-Alcoholic Dry Hopped Pale Ale
Orangegelb mit feinem, cremigem Schaum und dann kommt sofort die Überraschung: Maracuja satt in der Nase. Kein Wunder, denn Labietis arbeitet hier mit Strata, Idaho 7 und BRU-1 und nennt selbst Mango, Maracuja und Grapefruit als zentrale Aromen. Vorne angenehm bitter und fruchtig, in der Mitte weich und hinten kommt noch einmal richtig viel Hopfen. Für ein alkoholfreies Pale Ale ist das ein echtes Hopfenbrett und deutlich intensiver, als wir erwartet hatten.
Mirdza / Honey Sparkle
Trüb im Glas mit feinem Schaum und bereits in der Nase gibt es beim Mirdza eine ordentliche Ladung Honig und Blüten. Geschmacklich geht es genauso weiter. Vorne süßer Blütenhonig, anschließend lebendig und spritzig. Eine spannende Mischung zwischen Honiggetränk und erfrischendem Aperitif, die zeigt, wie wichtig Honig für die Philosophie von Labietis ist.

Zintnieks / Wholehive Mead
Goldgelb und klar mit wenig Schaum, dafür ordentlich Kohlensäure. In der Nase wirkt der Zintnieks Wholehive Mead fast bonbonartig. Geschmacklich ist er sehr süß und erinnert stellenweise tatsächlich an Kaugummi. In der Mitte wird er weicher, hinten kommen Trauben, Alkohol und eine knackige Säure dazu. Definitiv kein klassisches Bier, sondern ein eigenständiges Erlebnis.


Zintnieks / Wholehive Mead
Goldgelb und klar mit wenig Schaum, dafür ordentlich Kohlensäure. In der Nase wirkt der Zintnieks Wholehive Mead fast bonbonartig. Geschmacklich ist er sehr süß und erinnert stellenweise tatsächlich an Kaugummi. In der Mitte wird er weicher, hinten kommen Trauben, Alkohol und eine knackige Säure dazu. Definitiv kein klassisches Bier, sondern ein eigenständiges Erlebnis.
Akmeņrags / Herbal Amber Ale
Bernsteinfarben, klar und mit einem hohen, cremigen und stabilen Schaum macht das Akmeņrags Herbal Amber Ale schon optisch einiges her. In der Nase kommen Kräuter, Thymian und etwas Basilikum. Vorne erinnert es leicht an Kräutertee, in der Mitte wird es weich und cremig und hinten kommt eine dezente Bitterkeit dazu. Ungewöhnlich, aber erstaunlich süffig.

Gaismas Ragana / Bronze Age Braggot
Klar und goldgelb mit einem sehr feinen Schaum zeigt sich der Gaismas Ragana zunächst eher zurückhaltend. Dann kommen Noten von Zitrus, Minze und etwas, das uns an Eisbonbon erinnert. Der Antrunk ist säuerlich, am Gaumen bleibt die Säure präsent und im Abgang kommen leichte Traubennoten und etwas Minze dazu. Erfrischend, eigenständig und richtig lecker.


Gaismas Ragana / Bronze Age Braggot
Klar und goldgelb mit einem sehr feinen Schaum zeigt sich der Gaismas Ragana zunächst eher zurückhaltend. Dann kommen Noten von Zitrus, Minze und etwas, das uns an Eisbonbon erinnert. Der Antrunk ist säuerlich, am Gaumen bleibt die Säure präsent und im Abgang kommen leichte Traubennoten und etwas Minze dazu. Erfrischend, eigenständig und richtig lecker.
Purva Medus / Herbal Berry Mead
Roségold, klar und mit feinem Schaum sieht der Purva Medus schon im Glas spannend aus. In der Nase zeigen sich dezente Beeren und eine leichte Säure. Vorne kommen Trauben hinzu, in der Mitte bleibt der Mead angenehm leicht und hinten wird er spritzig und trocken. Er erinnert uns fast ein wenig an eine fruchtige Weißweinschorle und lässt sich entsprechend leicht trinken.

Pļava / Herbal Blonde Ale
Beim Öffnen macht das Pļava Herbal Blonde Ale erst einmal ordentlich Druck und begrüßt uns mit reichlich Schaum. Goldgelb und leicht trüb zeigen sich in der Nase Zitrus und typische helle Hefenoten. Der Antrunk ist frisch und hopfig, in der Mitte gut karbonisiert und im Abgang kommen die Kräuter. Thymian, Oregano und vielleicht etwas Basilikum bilden einen ungewöhnlichen Kontrast zum klassischen Blonde Ale. Anders, aber richtig spannend.


Pļava / Herbal Blonde Ale
Beim Öffnen macht das Pļava Herbal Blonde Ale erst einmal ordentlich Druck und begrüßt uns mit reichlich Schaum. Goldgelb und leicht trüb zeigen sich in der Nase Zitrus und typische helle Hefenoten. Der Antrunk ist frisch und hopfig, in der Mitte gut karbonisiert und im Abgang kommen die Kräuter. Thymian, Oregano und vielleicht etwas Basilikum bilden einen ungewöhnlichen Kontrast zum klassischen Blonde Ale. Anders, aber richtig spannend.
Rusiņš / Caraway Rye Ale
Bernsteinfarben und leicht trüb mit einem dezent beigefarbenen Schaum kommt das Rusiņš Caraway Rye Ale ins Glas. In der Nase entdecken wir eine leichte Lakritznote, die auch im Antrunk wieder auftaucht. Dazu kommen Malz und eine angenehme Würze. In der Mitte weich, hinten leicht toastig. Die Kräuternoten sitzen stärker im vorderen Geschmacksbereich und geben dem Bier seinen eigenen Charakter.

Mežs / Juniper Red Ale
Bernsteinfarben, leicht trüb und mit einem hohen, cremigen Schaum ist das Mežs Juniper Red Ale schon optisch stark. Es gehört zu den frühen Bieren, mit denen Labietis 2013 an den Start ging. In der Nase finden wir leichte Säure, Beeren und dezentes Malz. Vorne kommen die Beeren, in der Mitte wirkt das Bier angenehm prickelnd und im Abgang verbinden sich Malz, Wacholder und eine karamellige Süße. Die leichte Säure bildet dazu einen spannenden Gegenpol. Für uns eine der Kombinationen, die sehr gut zeigt, was Labietis unter lettischem Craft Beer versteht.


Mežs / Juniper Red Ale
Bernsteinfarben, leicht trüb und mit einem hohen, cremigen Schaum ist das Mežs Juniper Red Ale schon optisch stark. Es gehört zu den frühen Bieren, mit denen Labietis 2013 an den Start ging. In der Nase finden wir leichte Säure, Beeren und dezentes Malz. Vorne kommen die Beeren, in der Mitte wirkt das Bier angenehm prickelnd und im Abgang verbinden sich Malz, Wacholder und eine karamellige Süße. Die leichte Säure bildet dazu einen spannenden Gegenpol. Für uns eine der Kombinationen, die sehr gut zeigt, was Labietis unter lettischem Craft Beer versteht.
Vielen Dank an Labietis für dieses außergewöhnliche Paket und die Möglichkeit, uns einmal quer durch die lettische Welt der Pagan Brews zu trinken. Priekā!








