New England India Pale Ale

New England India Pale Ale

Es geht schon langsam auf die kalte Jahreszeit zu und die Tage werden kürzer. Wir wollen dennoch unsere Brauabende nicht missen wollen und so waren wir auf der Suche nach einem neuen leckeren Rezept. Wir haben mal aus Neugier nach einem Rezept für den Speidel Braumeister gesucht und wurden auch fündig.

Das Rezept

Bei einem in Österreich ansässigen Brauversandhandel namens Mashcamp gibt es nicht nur Brauzutaten, sondern auch die Rezepte passend zum Braumeister. Die Rezepte sind detailliert und perfekt aufgelistet. Unter den vielen Rezepten haben wir das „Juice Bomb“ rausgesucht. Ein New England IPA, welches perfekt auf unseren 20 Liter Braumeister zugeschnitten und gleichzeitig einfach nachbraubar ist. Das Schöne ist, dass man die Rohstoffe direkt bei Mashcamp bestellen kann. Eine kleine Überraschung erwartet uns beim Auspacken – Hopfen en Masse! Was uns direkt auffällt ist der Hopfen Vic Secret. Es handelt sich um einen seit 2013 verfügbaren Australischen Hopfen, den wir so im Internet eigentlich nicht wirklich gefunden haben. Er hat sehr gute Bewertungen. Seit Aroma ist kräftig und wird mit Passionsfrucht beschrieben. Ananas und Piniennoten kommen mit dazu. Man kann sagen es handelt sich hier um einen kleinen IPA Allrounder. Dieses Mal haben wir neben dem Hopfen auch noch Haferflocken im Bier für die Schaumstabilität und mehr Vollmundigkeit. Was am Rezept auch sehr überrascht, ist die sehr niedrige Einmaischtemperatur, sowie die geringen Hopfenzugaben beim Hopfenkochen. Das Bier scheint quasi vom Kalthopfen und der letzten Hopfengabe bei Kochende zu leben.

Die Vorbereitung

Wir brauen bei Andy im Garten und das Wetter könnte für diese Jahreszeit besser nicht sein. So ein letzter Sonnentag will ja auch genutzt werden. Die Zutaten ausgepackt und aufgetischt, kann die Malzschüttung vorbereitet werden. Wir Schroten natürlich wieder von Hand mit einer Einstellung von 0,45 mm. Auch den Hafer werfen wir in die Schrotmühle, nur kommt er nicht geschrotet wieder raus, sonder eher zerdrückt. Leider ist uns versehentlich etwas der Schüttung aus dem Schrottrichter auf den Boden gefallen, weshalb wir mit ca. 300g weniger Schüttung einmaischen können.

Das Brauen der Fruchtbombe

Bei 38°C Einmaischtemperatur geht’s los. Wie üblich läuft beim Brauen alles durch den Braumeister automatisch von der Hand. Nach den Rasttemperaturen erreichen wir einen Wert von 7,5 Plato was umgerechnet auf die 78°C 14,02 Plato sind. Da wir Wasser verloren haben, sollte der Plato Wert eigentlich über 15,5 Plato liegen. Ein Teil macht sicherlich die verlorene Maische aus. Allerdings vermuten wir, dass die Pumpe des Braumeisters nicht 100% Förderleistung erreicht hat. Da die Jod Probe sich nicht verfärbt hat (= Jodnormal), war nachweislich dennoch keine Stärke mehr vorhanden. Darum würde es auch nichts bringen noch weiter bei 78 °C zu warten. Eventuell hat sich etwas Restzucker noch in der Maische versteckt, weshalb wir mit 7 Liter Würze die Maische spülen um wirklich noch jegliches Restextrakt aus der Maische zu waschen. Am Ende erreichen wir einen korrigierten Plato Wert von 17,52 Plato bei ca. 15 Liter, weshalb wir noch 2,2 Liter nachgießen. Schließlich erreichen wir mit 17 Liter, ein passables Ergebnis.

Die Hauptgärung

Im Gegensatz zum letzten Brauen haben wir den Sud dieses mal deutlich länger abkühlen lassen, bevor wir die Hefe hinzugegeben haben. Andy hat zusätzlich das Gärfass noch mit kaltem Wasser runtergekühlt damit wir schneller auf die 23°C Gärtemperatur kommen. Der gewünschte Effekt stellt sich direkt ein und innerhalb von 3h sind bereits die ersten Blobs auf unserem Gärspund zu sehen. Das Besondere an diesem Bier ist auch die Kalthopfung. Als keine Blobs mehr vom Speidel Gärspund angezeigt werden, kommt nochmal ordentlich Hopfen, also 40g Vic Secret und 50g Mosaic hinzu. Da wir kein zweites Hopfenrohr haben, wird der Hopfen einfach direkt hinzugegeben. Außerdem kann es bei Entnahme des Hopfenrohrs zu Verunreinigungen kommen, die sich auf den späteren Geschmack und das Gärverhalten der Hefe auswirken könnten.

Das Abfüllen

Zum Abfüllen bereiten wir den Gärbehälter vor. Die Flaschen haben wir in der Spülmaschine gereinigt, was einigermaßen gut funktioniert hat. Da wir in unserem Sud fast 200g Hopfen kaltgehopft haben, schlauchen wir zuerst in ein zweites Gärfass um, um möglichst viel von dem Hopfentrub herauszufiltern. Das Bier hat schon eine wahnsinnig schöne Orange Farbe und riecht richtig nach Fruchtparty, aber mit der gewissen, überzeugenden Hopfigkeit. Als alle Flaschen abgefüllt sind, geht es ans verkorken. Wir stellen anhand der Flaschengröße den neuen Kronkorkenverschließer von Hopfen und Mehr ein. Die Kronkorken werden über einen Magneten angezogen und müssen so nicht von Hand gehalten werden. Dann einmal kräftig nach unten gedrückt und der Kronkorken schließt auf der Flasche bündig ab. Alle verkorkten Flaschen kommen in einen 24er Standardkasten. Das sieht schon viel professioneller aus. Als bei den ersten Malen. Lediglich ein paar Flaschen füllen wir für Phil in 1 Liter Flaschen ab, das er diese an seiner Weihnachtsfeier verkosten möchte.

Der Geschmack

Jetzt fragt sich nur noch, wie schmeckt eigentlich der leckere Sud. Trüb leicht braun und mit einem feinen schäum kommt das NEIPA ins Glas. Der Geruch ist voll von Maracuja und Pfirsichen. Im Antrunk bekommen wir eine etwas reifere Maracujanote. Die Mitte ist perfekt karbonisiert und der Abgang ausgeglichen und lecker tropisch. Einfach ein rundes NEIPA mit nur kleinen Ecke und Kanten. Jedenfalls hat er Phil’s Kollegen überzeugend geschmeckt. Cheers!