Craftbeer Festival Stuttgart 2026
Craftbeer Festival Stuttgart 2026
Das Craftbeer Festival 2026 hat überzeugt. Punkt. Es war lebendig, super organisiert und die Bierkultur war auf einem erfreulich hohen Niveau vertreten. Besonders stark: das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten ebenso wie die Vielzahl neuer Brauereien, mit denen wir uns bereits im Vorfeld verabredet hatten. Das Ergebnis: fundierte Gespräche mit nahezu allen Brauern, genau dafür sind solche Festivals da.
Aber der Reihe nach.
Unser erster Stopp führte uns zu Yannik, der für Martin den Stand der Bierboutique Konstanz übernommen hatte. Dort gab es Stouts in beeindruckender Dichte und Qualität. Absolutes Nerd-Niveau, kompromisslos, sauber, durchgehend stark. Und auch die Dosen-Auswahl der Bierboutique spielte ganz oben mit.
Weiter ging es zu David Hertl. Das bisher noch unveröffentlichte alkoholfreie IPA? Ein klarer Gewinner und sicher in unseren persönlichen Top 10. Dazu ein Kiwi Kevin und MaracujaFelix Bier, eisgekühlt serviert. Wirkung, Atmosphäre und geschmackliche Präzision greifen hier perfekt ineinander. Hertl bleibt für uns eine der konstant besten Brauereien im deutschsprachigen Raum. Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung von James am Braukollektiv Freiburg Stand, inklusive West Coast IPA, ging es weiter.
Mit Kevin von Fauve (Frankreich) waren wir verabredet. Er schenkte uns zunächst das Sensation Pure Imperial Stout aus: kalt serviert, aber geschmacklich rund mit viel Schokolade und bewusst wenig Kaffee. Danach das Rêveri Rubis, ein Imperial Pastry Sour. Ein starker Kontrast, genau richtig gesetzt.
Nächste Station: Ivo von Hard Labor Brewing aus Basel. Die Brauerei steht kurz vor der Eröffnung eines neuen Taprooms – und Ivo zapft stilecht an einem Hirschgeweih ein schickes Sour. Dazu folgen ein Smokey Barrel Aged Imperial Tonka Stout und ein Italian Grape Ale. Mehr Spannbreite, mehr Tiefe, mehr Facetten, kaum vorstellbar.
Bahkauv Brew aus Aachen ist der nächste Halt. Sie überraschen uns mit dem „Öcher Trubbel“: ein naturtrübes, süffiges, untergäriges Bier mit feinem Weizen- und Gerstenmalzkörper. Unaufgeregt und genau deshalb so gut.
Dann landen wir beim blauen Tapir landen. Ihr ESB Paddington (English Special Bitter) und das Britpop Brown Ale punkten bei uns auf ganzer Linie: hervorragende Malzarbeit, hervorragend balanciert, bewusst nicht zu bitter und damit sehr nah am deutschen Trinkstil. Ein echtes Statement für klassische Bierstile.
Direkt daneben: Pretty Decent Brewing aus UK. Exzellente IPAs, keine Diskussion. Wir greifen zu, bevor es weitergeht zu Suspicious Monkey Brewing aus Ludwigsburg. Die Szechuan Gose ist erneut am Start und dieses Mal noch präziser und runder als zuvor.
Bei Hoppebräu trinken wir ein Kollaborationsbier mit Yankee & Kraut, empfohlen von den Bierbrüdern. Ein Bier, an dem man hängen bleibt, im besten Sinne. Danach zum Newcomer Woel Art aus Saarbrücken: IPA wird hier großgeschrieben. Massive Hopfenaromen, kompromisslos, direkt auf die Zwölf.
Totenhopfen hat sich strategisch klug neben der Bierboutique positioniert. Ihr Transatlantic Fusion NEIPA mit 6,66 % ist schlicht hervorragend. Mit Birdy Beer lassen wir den Abend langsam ausklingen, bevor wir bei Les Intenables und der Sisters Brewery noch einmal internationale Qualität probieren. Zum Schluss ein Wiedersehen mit einem befreundeten Biersommelier, ein Abstecher bei Kühn und Schwarze Rose – und der letzte Stopp bei Buddlehsip.
Fazit: Ein dichtes, intensives Festival mit viel Substanz, großartigen Kontakten und einer bemerkenswerten Bandbreite an Bieren. Experimentelles hat seinen Platz gefunden, Barrel-Aged-Biere sind endgültig Mainstream und Sauerbiere fest etabliert. Besonders erfreulich: das wachsende Interesse an klassischen Bierstilen. Denn mal ehrlich – ein gut gemachtes, untergäriges Bier ist zwischendurch einfach großartig.
Zuletzt noch ein paar Eindrücke vom Fest. Cheers!






























