Das Witbier

Das Witbier

Witbier ist schon ein echtes Highlight. Der Weizengeschmack, verfeinert mit Koriander und Orangenzesten ist erfrischend und sorgt gleichzeitig für ein tolles Craft Beer Erlebnis. Wir wollen heute dem Witbier auf den Grund gehen und es von seiner Herkunft zu der heutigen Zeit beleuchten.

Geschichte & Herkunft

Das Witbier kommt ursprünglich aus Belgien. 1364 unterlag Belgien zur einen Hälfte dem Gruitrecht, also Bier mit Kräutern zu brauen, und die andere Hälfte wurde anangehalten Bier nur mit Hopfen zu brauen. Der Erfolg der Hanseaten sorgte schließlich wenig später dafür, dass die Handelsstädte schließlich das Braurecht frei gaben. Mit dieser Entwicklung entstanden auch immer mehr Brauereien im Land.

Zwischen 1620 und 1640 gab es in Belgien große Weizenüberschüsse in der Landwirtschaft. Die Überschüsse sorgten dafür, dass mehr Bier aus Weizen, als aus Hopfen eingebraut wurde. In dieser Zeit wurde notgedrungen das Witbier (Weizenbier) erfunden. Ein weiterer Bierstil neben dem Gerstenbier. Das Witbier wurde früher auch Rotbier genannt. Der verwendete Weizen war unvermälzt, was dazu führte, dass die Rezepturen auch Gerstenmalz enthalten musste und das Bier damit seine rötlich schimmernde Farbe erhielt.

Die Schwierigkeit beim Brauen entstand durch die Verklumpung des Weizens beim Einkochen zwischen 52°-62°C. Durch dieses Verklumpen ließ sich die übrig gebliebene Maße nur schlecht abfiltern. Die Brauer an der Ausbildungsstätte Katholieke entwickelten, als Lösung des Problems eine neue Maischmethode. Die Stuykmanden, eine Art Sieb, damals aus Weidenzweigen gefertigt, später aus Kupfer, wurde zum wichtigsten Werkzeug seiner Zeit.

Die herausgefilterte Masse wurde zwischengelagert und etwas später mit dem Stuykmanden herausgefischt. Die Brauer begannen meist am Morgen zu Brauen und hörten erst in der kalten Nacht auf. Die Gärgefässe stellten sie an einen gut belüfteten Ort, teilweise auch mit Ventilatoren ausgestattet, um für eine ausreichende Kühlung zu sorgen. Witbier wurde früher schnell sauer und musste innerhalb von 2 Wochen im Sommer und innerhalb 5 Wochen im Winter getrunken werden.

Witbiere heute

Typische Charakteristiken eines Witbiers sind der Stammwürzegehalt zwischen 11-14° Plato, der Alkoholgehalt liegt bei etwa 4-5%, es hat eine höhere Rezenz und einen meist grobporigen Schaum. Das unfiltriert Gold wird mit Orangenschalen und Koriander verfeinert, um es aromatischer zu gestalten.

Witbiere können heute auch sehr experimentell eingebraut sein mit Meleguetpfeffer zum Beispiel, der eine unterschwellige Schärfe hervorruft. Die spritzige Leichtigkeit wird durch Aufcarbonisierung erzeugt, da das Bier einen hohen Kohlesäuregehalt dadurch erhält. In Belgien wird zusätzlich zu der sauren Flüssigkeit eine Zitrone on Top serviert. In Thailand gibt es ein sogenanntes Thai-Wit, dass mit Zitronengras, Ingwer und Sorachi Ace Hopfen verfeinert wird, dadurch schmeckt es deutlich exotischer als sein belgisches Pendant.